anders.erzählt
Erzählkit · Werkstattbuch

Das Erzählkit.

Werkstattbuch für Erzählabende der App anders.erzählt — ein Werkzeug für Multiplikator:innen, die in zweieinhalb Stunden Geschichten sammeln wollen, die tragen.

Format150 Minuten · 8–14 Personen
Output6–12 Geschichten in Rohform
PhasenAcht · vier davon variabel
ZielgruppenSechs Varianten zur Wahl
Anders, nicht gegen. anders-erzählt.de
Teil A

Fundament.

Bevor der erste Abend stattfindet, müssen fünf Dinge geklärt sein: wozu das Ganze, was eine Geschichte ist, welche Haltung die Moderation braucht, wie die vier Bewegungen ineinandergreifen und was eine gute Moderation können muss.

A.1Wozu das Ganze

Die App anders.erzählt lebt von Geschichten, die wirklich passieren. Sieben bis zehn Sätze. Ein Name oder ein Ort. Ein konkreter Moment. Kein Kommentar, was das bedeutet.

So eine Geschichte:

Hilfe & Sorge · Beispiel
Die Schicht von Yusuf

Yusuf arbeitet im Pflegeheim St. Marien. Sechzig Stunden die Woche. Letzte Woche hat er Herrn Brinkmann beim Sterben begleitet — drei Stunden seine Hand gehalten, weil keine Familie da war. Niemand hat ihm gesagt, dass er das tun soll. Er hat es einfach getan.

Oder so:

Mut & Hoffnung · Beispiel
Die Bank am Kanal

Jeden Donnerstag setzt sich Herr Vogel auf die Bank am Kanal. Daneben ein Schild: „Wer reden möchte, darf sich setzen." Manchmal kommt niemand. Manchmal vier. Seit zwei Jahren. Er ist 78, war Lehrer, jetzt hört er zu. Niemand fragt, wer er ist.

Damit solche Geschichten in die App kommen, braucht es Menschen, die sie erzählen — und Räume, in denen sie erzählt werden können. Dieses Kit beschreibt einen solchen Raum: den Erzählabend. Zweieinhalb Stunden. Acht bis zwölf Menschen. Eine Moderation. Am Ende stehen sechs bis zwölf Geschichten in Rohform — davon werden drei bis sechs wirklich tragen.

Das Geschichtenerzählen enthüllt den Sinn, ohne den Fehler zu begehen, ihn zu benennen. Hannah Arendt

A.2Was eine Geschichte ist (und was nicht)

Das ist die wichtigste Seite des Kits. Vor jedem Abend nochmal lesen.

Eine Geschichte für anders.erzählt ist:

Eine Geschichte für anders.erzählt ist nicht:

Drei Faustregeln

  1. Wenn die Geschichte erklärt werden muss, ist sie noch nicht fertig.
  2. Kein Pathos. Keine Moral. Kein großer Bogen.
  3. Konkrete Personen, Orte, Zeiten schaffen Anker — für die Erzählenden, für die Hörenden, für die Lesenden.

A.3Die Haltung der Moderation

Wer die folgenden Punkte nicht teilt, sollte keinen Erzählabend moderieren — auch wenn er das Kit auswendig kennt.

Wir suchen das Konkrete, nicht das Bedeutende.

„Frau Görlitz aus dem dritten Stock" schlägt jeden klugen Satz über Nachbarschaft. Wenn jemand anfängt zu predigen, holen wir ihn behutsam zurück: „Wer war das genau? Wie hieß sie?"

Wir suchen das Vertraute, nicht das Sensationelle.

Niemand muss eine Heldengeschichte liefern. Der Zettel am Hauseingang reicht. Eine der wichtigsten Aufgaben des Abends: Menschen davon überzeugen, dass ihr Alltag genug ist.

Wir suchen die Szene, nicht das Bekenntnis.

Wir fragen nie „Was bedeutet Heimat für dich?" — wir fragen „Wann hast du dich das letzte Mal zuhause gefühlt? Erzähl mir den Moment." Bekenntnisfragen produzieren Phrasen. Szenenfragen produzieren Geschichten.

Wir nehmen Klagen wahr, aber bleiben nicht darin.

Klagen kommen. Über die Politik, über die Jugend, über die Kirche, über das Dorf. Wir wischen sie nicht weg — das wäre respektlos. Aber wir bleiben nicht im Klagen hängen. Eine gute Wendung: „Das höre ich. Und — fällt dir aus dieser Zeit jemand ein, bei dem es anders war?"

Wir reparieren keine Weltbilder.

Wer kommt, kommt mit seiner Meinung. Wir wollen keine Meinungen ändern. Wir wollen Geschichten sammeln. Das ist die ganze Aufgabe — und sie ist groß genug.

Wir hören zu. Wirklich.

Die Versuchung als Moderation ist, schon den nächsten Schritt zu denken, während jemand redet. Widerstehe ihr. Eine gute Geschichte wächst nur dort, wo jemand sie wirklich hört.

Wir schneiden runter, nicht hoch.

Anders als in Therapie oder Seelsorge geht es hier nicht darum, dass jemand alles loswird. Es geht darum, einen Funken zu finden und ihn freizulegen. Unsere Hauptbewegung ist: kleiner machen, nicht größer.

A.4Die vier Bewegungen

Ein Erzählabend hat vier Bewegungen, die ineinandergreifen. Jede braucht andere Methoden. Wer das vermischt, verliert die Gruppe.

Bewegung 1 — Erzählen lassen

Menschen müssen erst erzählen dürfen, bevor sie erzählen können. Das heißt: Schutzraum, Wärme, niedrige Schwelle. In dieser Phase nicht gleich auf die App-Form hinarbeiten. Erstmal alles annehmen, was kommt — auch Umwege, auch Anekdoten ohne Pointe.

breit fragen, weit öffnen, viel Geduld

Bewegung 2 — Das Gute aufspüren

In dem, was erzählt wird, liegen oft mehrere Geschichten verschachtelt. Eine Erinnerung an die DDR enthält oft eine kleine Szene aus dem Hinterhof. Eine Bemerkung über „die Jugend heute" enthält oft den einen Enkel, der zugehört hat. Diese Geschichten finden wir durch gezieltes Nachfragen.

eine Frage, die nach einem Menschen mit Namen sucht

Bewegung 3 — Verdichten

Wenn das Konkrete da ist, muss es noch kleiner werden. Auf 60–120 Wörter. Das passiert in den Triaden (siehe B.6). Hier lernt der/die Erzähler:in selbst, was der Kern der eigenen Geschichte ist.

was kann weg, ohne dass die Geschichte fällt?

Bewegung 4 — Anonymisieren (nachgelagert)

Im Erzählabend wird mit echten Namen erzählt — sonst wird es abstrakt. Erst in der Redaktion nach dem Abend entscheiden wir gemeinsam mit der/dem Erzähler:in, ob der Name bleibt, der Vorname bleibt und der Nachname fällt, oder Name und Ort geändert werden.

Faustregel: Vornamen und Stadtteil/Dorf bleiben in der Regel — Nachnamen und Straßennamen meist nicht.

schützen ohne entkernen

A.5Was eine gute Moderation kann

Sechs Kompetenzen. In dieser Reihenfolge wichtig:

  1. Warm den Raum öffnen. Die ersten zehn Minuten entscheiden alles. Lieber zwei Minuten zu früh dasein und Tee aufsetzen, als zwei Minuten zu spät kommen mit gutem Konzept.
  2. Stille aushalten. Wer Stille schnell wegredet, verliert die guten Geschichten. Faustregel: bis zehn zählen, bevor du nach einer Frage selbst weiterredest.
  3. Konkret nachfragen, ohne zu bohren. „Wie hieß sie?" — nicht „Warum war das wichtig für dich?". Niemals nach Bedeutung fragen — die soll die Geschichte selbst tragen.
  4. Unterbrechen, wenn nötig. Sanft, aber bestimmt. „Lass uns kurz hier bleiben — du hast eben Frau Petersen erwähnt." Das ist nicht unhöflich, das ist das Format.
  5. Klagen wenden, ohne sie zu übergehen. Niemals: „Aber es gibt doch auch Schönes." Immer: „Das höre ich. — Und gab es in dieser Zeit auch jemanden, der..."
  6. Die Gruppe schützen. Wenn jemand bewertet, vergleicht, kommentiert: zurückführen. Die erzählende Person muss spüren: hier passiert mir nichts.

Was eine Moderation nicht können muss: Therapie, Seelsorge, Medienarbeit, Tontechnik. Wer das mitbringt, gut. Wer nicht, kann genauso moderieren.

Teil B

Methoden­koffer.

Acht Phasen. Jede mit Material und Tücken. In den Phasen 2, 3, 4 und 5 gibt es jeweils drei Methoden zur Wahl: A allgemein, B allgemein, C spezifisch nach Zielgruppe. Die Phasen 1, 6, 7 und 8 sind für alle Gruppen gleich.

B.0Zeitstruktur (150 Min)

00:00 — 00:10Phase 1 · Ankommen & Rahmen
00:10 — 00:25Phase 2 · Warm-Up
00:25 — 00:35Phase 3 · Das Schwere benennen
00:35 — 00:50Phase 4 · Die Wende
00:50 — 01:00Pause
01:00 — 01:30Phase 5 · Erzählen — Hoffnungsgeschichten
01:30 — 02:00Phase 6 · Triaden — Verdichten
02:00 — 02:25Phase 7 · Aufnahme + Foto
02:25 — 02:30Phase 8 · Abschluss

B.1Ankommen & Rahmen · 10 Min · für alle gleich

Setting: Stuhlkreis ohne Tisch in der Mitte. Auf jedem Platz: Wasserglas, Stift, leere Karte. Warmes Licht, keine Deckenflur. Hintergrundmusik leise, bis alle da sind — beim Beginn aus.

Für Schule: Wenn das im Klassenraum stattfindet, Tische zur Seite schieben, Stühle in Kreis. Lehrer:in sitzt im Kreis, nicht vor der Tafel.

Die Moderation sagt — frei, in eigenen Worten — fünf Dinge:

  1. Warum wir hier sind. „Wir sammeln heute Geschichten aus eurem Alltag. Geschichten, in denen etwas Gutes passiert ist. Nicht groß, nicht dramatisch — aber echt."
  2. Wofür die Geschichten sind. Die App kurz zeigen. Eine Geschichte vorspielen (Yusuf, Frau Görlitz oder die Bank am Kanal). Das nimmt die Abstraktheit.
  3. Was hier nicht passiert. Keine Bewertung. Kein Vergleich. Niemand muss erzählen. Zuhören hilft genauso wie reden.
  4. Was am Ende mit den Geschichten passiert. Wer eine Geschichte einsprechen möchte, kann das heute oder später tun. Namen werden in der Redaktion mit jeder/jedem einzeln geklärt. Datenschutz-Karte am Ende, freiwillig.
  5. Die Regel für heute. „Wir suchen Geschichten, keine Meinungen. Wenn ich dich unterbreche und nach einem konkreten Menschen oder Tag frage — bin ich nicht streng, sondern neugierig."

B.2Warm-Up · 15 Min · drei Methoden

Ziel: Jede:r hat einmal gesprochen. Niemand fühlt sich exponiert. Noch keine echten Geschichten — nur Anstoßen.

A Die kleine Runde allgemein

Eine einzige Frage. Eine Runde. 60 Sekunden pro Person. Niemand muss antworten.

Fragen-Pool: „Wer war heute schon nett zu dir?" / „Was hast du heute Morgen aus dem Fenster gesehen?" / „Wem hast du diese Woche die Tür aufgehalten?" / „Was war heute der erste Geruch?"

Setting Stuhlkreis, niedrige Lautstärke.
Material keins.
Tücke Funktioniert nicht, wenn die Gruppe sich gar nicht kennt — dann zu exponiert. Dann lieber B oder C.
B Drei Sätze allgemein

Jede:r bekommt eine Karte mit drei Satzanfängen: „Letzte Woche hat mir jemand…" · „In meiner Straße / Schule / Familie kenne ich…" · „Ich freue mich jeden Tag auf…". Drei Minuten still schreiben. Wer mag, liest einen Satz vor.

Setting Stuhlkreis, jede:r mit Karte und Stift.
Material vorgedruckte Karten, Stifte.
Tücke Wer nicht gerne schreibt (Sehprobleme, LRS), wird ausgeschlossen. Dann lieber A.

C — Spezifisch pro Zielgruppe

Gemeindeabend · Senior:innen → Der Gegenstand

Jede:r bringt einen kleinen Gegenstand mit (vorher in der Einladung angekündigt), der mit einem guten Menschen oder einer guten Sache im eigenen Leben zu tun hat. Reihum zeigen, einen Satz dazu.

Funktioniert besonders gut, wenn Menschen sich trauen, etwas Persönliches mitzubringen — Senior:innen haben fast immer ein Ding zuhause, das eine Geschichte trägt.
Schule → Vier Ecken

Vier Ecken im Raum markiert: „Ich war heute schon traurig" / „… glücklich" / „… wütend" / „… dankbar". Die Schüler:innen stellen sich in die zutreffende Ecke. Pro Ecke ein:e Sprecher:in: warum stehst du hier? Kein Druck zur Erklärung — ein Wort reicht.

Bewegung, kein Sprechen-müssen, Wahlmöglichkeit. Funktioniert auch in einer 8. Klasse, in der alle erstmal so tun, als hätten sie keinen Bock.
Konfis → Foto-Karten von Personen und Orten

30 Foto-Karten auf dem Tisch — konkrete Bilder von Personen und Orten, kein Naturmotiv-Kram: eine alte Frau auf einer Bank, ein Hauseingang mit Klingelschildern, ein Vater mit Kind im Park, eine Schulflur-Ecke, ein Bus mit freundlichem Fahrer, eine Gemeindeküche. Jede:r sucht sich eine aus, die zu einem guten Moment passt.

Konfis brauchen Bilder, die einen sofortigen Andockpunkt geben („das sieht aus wie meine Oma"). Konkrete Menschen und Orte funktionieren, abstrakte Naturmotive nicht.
Junge Erwachsene → Das Handy-Foto

„Sucht in eurer Galerie ein Foto, das in den letzten 14 Tagen entstanden ist — und auf dem irgendwas Gutes drauf ist. Egal was." Reihum zeigen, einen Satz.

Die Kamerarolle ist ihr Tagebuch. Sie finden dort sofort etwas, ohne Aufwand. Zeigt: hier wird mit euren Mitteln gearbeitet, nicht gegen sie.
Gemischte Gesinnungen → Drei Sätze, schriftlich-freiwillig

Wie Methode B, aber ohne Reihum-Vorlesen. Wer mag, legt die Karte in die Mitte (anonym oder mit Namen). Moderation liest ein paar vor.

Schützt diejenigen, die unter Beobachtung stehen und nicht persönlich exponiert werden wollen.

B.3Das Schwere benennen · 10 Min · drei Methoden

Ziel: Bevor wir Hoffnungsgeschichten suchen, geben wir dem Schweren einen Ort. Das ist nicht Therapie. Das ist die Anerkennung: wir kommen aus Misstrauensgemeinschaften, und das spüren wir alle. Ohne diese Phase klingen die Hoffnungsgeschichten nachher wie Trotz oder Realitätsflucht. Mit ihr klingen sie wie eine ehrliche Antwort.

Diese Phase ist kurz und klar begrenzt. Wir bleiben nicht darin. Sie ist Vorbereitung, nicht Ziel.

Innere Sprache der Moderation: Das ist das Kyrie. Wir benennen, was schwer ist. Dann gehen wir weiter.

Sprache nach außen: „Bevor wir gleich nach guten Geschichten suchen, möchte ich einen Moment für etwas anderes nehmen. Wir leben in einer Zeit, in der viel anstrengend ist. Das wegzuwischen wäre unehrlich. Also: zehn Minuten lang sagen wir, was im Moment schwer ist. Dann lassen wir es los und schauen woandershin."

A Die Wand der Sätze allgemein

Pinnwand. Oben: „Was mir gerade schwer fällt im Zusammenleben." Jede:r 2–3 Karten, 3 Minuten still schreiben. Reihum ankleben, ohne zu kommentieren. Wir lesen still. Moderation: „Das war's. Das lassen wir hier hängen. Was uns trotzdem trägt — darum geht es jetzt."

Material Karten, Stifte, Pinnnadeln.
Tücke Manche schreiben endlos. Klare 3-Minuten-Ansage, dann Timer.
B Reihum: ein Wort allgemein

Reihum ein einziges Wort oder eine Drei-Wort-Phrase. „Lautstärke." „Die Angst vor dem nächsten Jahr." „Keiner hört zu." Niemand muss erklären. Nach der Runde ein paar Sekunden Stille.

Material keins.
Tücke Wer zur Erklärung ansetzt, wird sanft unterbrochen: „Lass uns bei einem Wort bleiben."

C — Spezifisch pro Zielgruppe

Gemeindeabend → Stille mit Kerze

Eine Kerze in der Mitte. Drei Minuten Stille. Dann sagt jede:r, wer mag, einen Satz. Niemand muss. Die Stille ist die Hauptmethode.

In Gemeinden ist Stille vertraut — gleichzeitig liturgisch (Kyrie!) und profan.
Schule → Anonymer Briefkasten

Eine Box in der Mitte. Jede:r schreibt anonym auf einen Zettel. Drei Minuten. Zettel falten, in die Box. Moderation zieht 5–6 Zettel und liest vor. Niemand reagiert.

Schutz vor Klassenöffentlichkeit ist hier kritisch. Anonymität ist Pflicht — jeder Satz wäre sonst ein potentielles Mobbing-Risiko.
Konfis → Spielfeld „Was nervt"

Klebeband-Spielfeld auf dem Boden, Skala 0–10. Moderation ruft Begriffe rein: „Lehrer, die nicht zuhören." / „Eltern, die das Handy wegnehmen." / „Politik." / „Kirche." / „Schule." Konfis bewegen sich auf der Skala. Kurz, schnell — keine Diskussion.

Bewegung statt Sprechen, schnell, nicht peinlich. Jeder steht irgendwo, niemand muss erklären. Das Kyrie wird gespürt, nicht artikuliert.
Senior:innen → Reihum: ein Wort (3.B)

Bei Senior:innen reicht das. Sie können das, sie wissen wie. Nicht überkompliziert machen.

Junge Erwachsene → Die Headline

Jede:r schreibt auf eine Karte eine Schlagzeile (à la Spiegel-Online-Titel), die ihr eigenes Lebensgefühl beschreibt: „Wenn dein Vermieter dich nach 8 Jahren rauswirft, weil Eigenbedarf — was tun?" / „Generation Z: müde mit 25." Reihum vorlesen, eine pro Person. Nicht diskutieren.

Sprache des digitalen Alltags, ein bisschen Humor, kein Selbstmitleid.
Gemischte Gesinnungen → Die Wand der Sätze (3.A) · Pflicht

Hier muss anonym geschrieben werden. Niemals reihum sprechen lassen, wenn die Gesinnungen sehr unterschiedlich sind — das eskaliert. Schriftliche Wand, alle dürfen alles schreiben, niemand kommentiert.

B.4Die Wende · 15 Min · drei Methoden

Vom Kyrie zum Gloria. Was uns trägt, ist da. Wir suchen es jetzt.

Sprache nach außen: „Jetzt wechseln wir den Blick. Wir bleiben nicht beim Schweren. Wir schauen jetzt nach dem, was trotzdem funktioniert."

Die Wendetechnik in drei Schritten

  1. Anerkennen. Moderation fasst kurz ohne Bewertung zusammen, was in Phase 3 kam. „Wir haben Müdigkeit gehört. Misstrauen. Angst. Lautstärke. Das ist da. Wir tun nicht so, als wäre es nicht da."
  2. Den Bruch im Klagen suchen. Eine Frage, die die Klage nicht widerlegt, sondern eine Ausnahme darin sucht. Drei bis fünf Namen oder Momente sammeln, an die Tafel.
  3. Eine Geschichte aussuchen. Moderation zeigt auf die Tafel: „Hier stehen Namen. Hier sitzen Menschen, die diese Namen kennen. Wir hören gleich davon."

Wichtig: Die Wendetechnik ist kein Widerspruch. Wir widerlegen die Klage nicht. Wir suchen die Geschichte, die trotz der Klage da ist.

A Die offene Wendefrage allgemein

Nach kurzer Zusammenfassung des Kyrie: „Wer in deinem Umfeld macht es trotzdem? Wer hält trotzdem etwas zusammen?" Drei bis fünf Namen an die Tafel.

B Die Brücken-Frage allgemein

„Wann hast du zuletzt erlebt, dass jemand etwas getan hat, womit du nicht gerechnet hast — etwas Gutes?" Drei bis fünf Antworten als Stichwort statt Namen.

Unterschied zu A: A sucht Personen, B sucht Momente. Manche Gruppen kommen besser über Personen, manche über Momente.

C — Spezifisch pro Zielgruppe

Gemeindeabend → 4.A (Namen sammeln)
Schule → Die Klasse aufstehen lassen

Moderation sagt Aussagen, wer zustimmt steht auf: „Steht auf, wer in den letzten zwei Wochen einem Menschen begegnet ist, der nicht aus eurem Umfeld kommt, und der nett war." → „Steht auf, wer einen Erwachsenen kennt, der euch wirklich zuhört." Nach jedem Aufstehen: zwei oder drei werden gefragt: „Wer war das?" Name auf die Tafel.

Körperliche Beteiligung verhindert, dass nur die zwei Wortführer:innen sprechen. Aufstehen ist eine kleine Mut-Geste, aber niedrig.
Konfis → Die Speed-Frage

Moderation klatscht: „Drei, zwei, eins — wer fällt dir ein, der gut ist?" Reihum, jede:r hat 5 Sekunden, einen Namen, kein Drumherum. Wer nichts hat, sagt „pass" und ist später dran.

Konfis hassen langes Nachdenken vor der Gruppe. Speed nimmt den Druck.
Senior:innen → 4.A in Ruhe

Bei Senior:innen ist es wichtig, Zeit zu lassen. Wer nach einer Frage 20 Sekunden überlegt, soll überlegen dürfen. Moderation hält die Stille.

Junge Erwachsene → Brücken-Frage mit Notizbuch

Jede:r bekommt 3 Minuten still — schreibt in das eigene Heft/Handy einen Moment auf, in dem zuletzt jemand „über sich hinausgewachsen" ist. Dann reihum: ein Satz, kein Name nötig.

Schreiben gibt Distanz und Würde. Sie wollen nicht spontan über andere reden ohne Vorbereitung.
Gemischte Gesinnungen → Brücken-Frage, schriftlich

Niemals direkt Namen sammeln im Plenum — das wird politisch (man könnte ja den „falschen" Menschen gut finden). Stattdessen: jede:r schreibt einen Moment auf, in dem jemand etwas Gutes getan hat, ohne dass es zur eigenen politischen Seite passte. Karten anonym in die Mitte, Moderation liest ein paar vor.

Schützt vor sozialen Sanktionen aus der jeweiligen Bubble.

B.5Erzählen — Hoffnungsgeschichten · 30 Min · drei Methoden

Ziel: Jede:r erzählt eine Geschichte. Konkret. Mit Namen oder Ort. Noch nicht verdichtet auf App-Form — das passiert in Phase 6.

A Plenum mit gezieltem Nachfragen allgemein

Klassisch. Eine Person erzählt, Moderation fragt konkretisierend nach (Wer? Wann? Wie hieß sie?), die anderen hören zu. 3–4 Min pro Person. Bei großen Gruppen reichen 5–7 Geschichten.

Tücke Wortführer:innen brauchen klare Zeitgrenze. Freundlich, aber konsequent abkürzen: „Halt kurz — bevor du weitererzählst, eine Frage: wie hieß sie?"
B Paargespräche allgemein

Zwei Personen. Eine erzählt fünf Minuten, die andere fragt nach (Wer? Wann? Welches Detail?). Dann Rollenwechsel. Plenarrunde nachher: nicht „Was hat dein Gegenüber erzählt?" — sondern „Was hat dich besonders berührt?" Die Geschichte gehört dem Erzähler.

Tücke Co-Moderation läuft durch die Paare, hört rein, identifiziert die zwei oder drei stärksten Geschichten.

C — Spezifisch pro Zielgruppe

Gemeindeabend → Plenum (5.A) bei ≤8, Paare (5.B) ab 9
Schule → Die Reporter:innen-Runde

Klasse teilt sich in Paare. Eine:r ist „Reporter:in" mit Aufgabe: „Finde aus deinem Gegenüber eine kleine, gute Geschichte heraus. Frag wie ein:e Reporter:in: Wer? Wann? Wo? Was genau ist passiert?" Nach 8 Minuten Rollenwechsel. Am Ende erzählen die Reporter:innen (nicht die Erzähler:innen!) die Geschichte ihres Gegenübers im Plenum — auf Erlaubnis.

Macht die Schwellenangst kleiner (jemand anders erzählt deine Geschichte) und übt nebenbei Interview-Kompetenz. Hat Lerntiefe — die Lehrer:in kann sich didaktisch dahinterstellen.
Konfis → Die Karten-Runde

Auf dem Tisch 8 Karten mit den App-Themen (Nachbarschaft, Hilfe & Sorge, Mut & Hoffnung, Generationen, Glaube, Heimat & Ankommen, Arbeit & Beitrag, Alltag). Konfis ziehen reihum eine Karte und erzählen eine kleine Geschichte zum Thema — wer keine hat, tauscht die Karte.

Karten geben Halt, Wahl, Variation. Verhindert, dass alle dieselbe Geschichte (Oma, Hund, Trainer) erzählen.
Senior:innen → Plenum (5.A) · Pflicht

Senior:innen wollen ins Plenum erzählen. Wer ihnen nur Paare anbietet, raubt ihnen den Auftritt. Plenum, ausreichend Zeit, konkretisierend nachfragen. Bei mehr als 10 Personen: zwei Plenarrunden in getrennten Räumen mit je einer Moderation.

Junge Erwachsene → Paare (5.B)

Plenum ist für diese Gruppe oft zu performativ. Paare mit klarem Auftrag funktionieren am besten.

Gemischte Gesinnungen → Paare bewusst gemischt — mit Regeln

Im Plenum würde sich jede:r vor der jeweils anderen Seite positionieren. Im Paar erzählt man einer einzelnen Person — das ist menschlich, nicht politisch. Paare bewusst mischen (eine:r aus jeder Seite pro Paar), aber das nicht ankündigen.

Regeln vor Bildung der Paare laut vorlesen, auf einem Blatt am Platz:

  1. Wir suchen Geschichten, keine Meinungen. Nenne Menschen, Orte, Tage — keine Bewertungen der Welt.
  2. Wir bewerten die Geschichte des anderen nicht. Auch nicht innerlich.
  3. Konkrete Fragen: Wer? Wann? Wie hieß sie? Niemals: „Warum findest du das gut?"
  4. Wir wechseln pünktlich. Damit niemand dominiert.
  5. Was im Paar gesagt wird, bleibt im Paar. Im Plenum nachher fragen wir nur: „Was hat dich berührt?"

Wer Regeln verletzt, wird unterbrochen. Wer damit nicht klarkommt, darf in die Lounge gehen — ohne Begründung.

B.6Triaden — Verdichten · 30 Min · für alle gleich

Drei Personen, drei Rollen, die rotieren: Erzähler:in, Zuhörer:in, Schreiber:in. Drei Runden à 8 Minuten. Nach jeder Runde rotieren die Rollen.

Warum das das stärkste Werkzeug ist: Eine Geschichte wird beim zweiten Erzählen immer besser. Beim ersten Mal sucht man noch. Beim zweiten Mal weiß man, was der Kern ist. Die Triade liefert diesen zweiten Anlauf — und ein Paar geübte Ohren mit einem Stift dazu.

Zwei Übungen in den Triaden

Vorher im Plenum einmal erklären und vorführen!

  1. Streich-Übung. Zuhörer:in fragt: „Welche zwei Sätze davon waren am wichtigsten?" Dann: „Wenn du nur drei Sätze sagen dürftest — welche?"
  2. Ein-Bild-Test. „Wenn du nur ein Bild aus der Geschichte zeigen könntest — welches?"

Am Ende hat jede:r eine Stichwort-Notiz der eigenen Geschichte auf einer Karte. Diese Karte geht mit in die Aufnahme.

Setting Triaden räumlich trennen (Ecken, kleine Tische, Nachbarräume). Lärmpegel macht es kaputt, wenn alle im selben Raum sind.
Schule Wenn nur ein Klassenraum verfügbar: mit Stühlen Inseln bauen. Lehrer:in geht von Insel zu Insel als stille Hilfe.
Konfis Triaden NICHT zufällig — Co-Moderation teilt ein.

B.7Aufnahme + Foto · 25 Min · für alle gleich

Das ist eine eigene Phase, kein Anhang. Mit didaktischer Tiefe: Vorlesen lernen.

Aufbau

Zwei Ecken oder Räume:

Reihenfolge: erst Aufnahme, dann Foto

Wer gerade die eigene Geschichte gesprochen hat, ist offen und präsent — das ist der richtige Moment für das Portrait. Wer noch nicht erzählt hat, ist angespannter und sieht es im Bild.

Pro Person realistisch: 5–7 Min Aufnahme + 3–4 Min Foto = 8–11 Min insgesamt. Bei zwei parallelen Aufnahme-Plätzen schaffen wir 8–12 Personen in 25 Min Aufnahme — das Foto läuft parallel.

Sprachtraining in der Aufnahme-Ecke

Das ist der unterschätzte Teil. Die meisten Menschen können nicht gut vorlesen — sie kennen es nicht. Die Begleitperson ist nicht nur Technik, sondern Vorlese-Coach.

Die fünf Sprech-Tricks (laminierte Karte in der Aufnahme-Ecke)

  1. Ankommen. Bevor du anfängst — zwei Sekunden Stille. Augen zu, ein Atemzug. Dann erst der erste Satz.
  2. Langsamer als du denkst. Was sich für dich langsam anfühlt, ist für die hörende Person normal.
  3. Am Punkt absetzen. Wo ein Punkt steht, ist eine kleine Pause. Echt eine. Eine Sekunde.
  4. Nicht „vorlesen", sondern erzählen. Stell dir vor, eine einzelne Person sitzt dir gegenüber. Du teilst, du performst nicht.
  5. Den letzten Satz halten. Nicht schneller werden, weil du fertig sein willst. Im Gegenteil: den letzten Satz besonders ruhig. Dann zwei Sekunden Stille, dann ist Aufnahme aus.

Der Drei-Take-Standard: Wir machen immer mindestens drei Aufnahmen. Die erste ist meist nervös, die zweite gut, die dritte am besten. Die Begleitperson sagt zwischen den Takes ein kurzes warmes Wort: „Schön. Beim nächsten Mal: gleich am Anfang einen Atemzug." Keine Kritik. Nur ein Tipp.

Wer gar nicht vorlesen mag: Die Geschichte wird als Interview aufgenommen. Die Begleitperson stellt Fragen aus der Triadennotiz: „Erzähl mir noch mal: Wer war Yusuf?" → Antwort. „Was hat er letzte Woche gemacht?" → Antwort. Im Schnitt klingt das wie ein erzählter Bericht und ist oft sogar lebendiger.

B.8Abschluss · 5 Min · für alle gleich

Wieder im Kreis. Moderation sagt kurz, was heute Abend für sie/ihn passiert ist (keine Namen ohne Erlaubnis). Letzte Runde: ein Wort, mit dem jede:r geht. Reihum, schnell, kein Druck.

Datenschutz-Karten austeilen (siehe D.4). Jede:r entscheidet jetzt oder zuhause, ob die Geschichte in die App darf.

Verabschieden. Aufräumen kann warten.

Teil C

Wahl-Tabelle.

Sechs Zielgruppen, sechs Konstellationen. Für jede: welche Methode in welcher Phase, welches Material, welche typischen Tücken, welche Vorbereitung sich lohnt.

C.1Offener Gemeindeabend

Typische Konstellation: 8–14 Personen, gemischt im Alter (Erwachsene 30–80), kennen sich teilweise.

Charakter: Vertrauensvorschuss da, aber Schweigen ist verbreitet. Wortführer:innen vorhanden.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Der GegenstandDinge sprechen leichter als Menschen
3 Kyrie3.C — Stille mit KerzeLiturgisch vertraut, ehrlich
4 Wende4.A — Offene WendefragePlenum funktioniert hier
5 Erzählen5.A bei ≤8, 5.B bei >8Plenum wenn klein, Paare wenn groß

Material

Vor dem Abend

Typische Tücken

C.2Schule (Religion/Ethik, Klassen 8–10)

Typische Konstellation: 20–30 Schüler:innen, eine Klasse, Doppelstunde + Aufnahme/Foto im Nachmittag oder Folgestunde.

Charakter: Pflichtveranstaltung — Misstrauen gegenüber „Mitmach-Kram". Mobbing-Risiko bei Selbstoffenbarung.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Vier EckenBewegung, niemand muss reden
3 Kyrie3.C — Anonymer BriefkastenPflicht-Anonymität in Schule
4 Wende4.C — Klasse aufstehen lassenKörperliche Beteiligung
5 Erzählen5.C — Reporter:innen-RundeLernziel + Schutz durch zwei Rollen

Material

Vor der Stunde

Typische Tücken

C.3Konfis (12–13 Jahre)

Typische Konstellation: 8–18 Konfis, freiwilliger Charakter, aber Gruppendruck vorhanden.

Charakter: Schwankend zwischen euphorisch und peinlich-berührt im Minutentakt. Wer einmal lacht, lacht alle weg. Wer einmal ernst wird, geht erstaunlich tief.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Foto-KartenKonkrete Andockpunkte, kein Gerede
3 Kyrie3.C — Spielfeld „Was nervt"Bewegung, Tempo, keine Bekenntnisse
4 Wende4.C — Speed-FrageTempo, kein Druck
5 Erzählen5.C — Karten-RundeWahl, Variation

Material

Vor dem Abend

Typische Tücken

Bonus: Konfis können die Technik übernehmen. Eine:r macht die Aufnahme bei den anderen — das wertet auf und entlastet Erwachsene.

C.4Senior:innen

Typische Konstellation: 6–12 Personen aus Gemeindekreisen, Frauenkreis, Männerkreis, Seniorennachmittag. Kennen sich gut.

Charakter: Erzählfreudig, oft mit ausgeprägter Lust am Plenum. Erinnerungen wertvoll und tief. Tempo deutlich langsamer. Schwerhörigkeit und Sehprobleme berücksichtigen.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Der GegenstandDinge öffnen Erinnerung
3 Kyrie3.B — Reihum: ein WortKlare Form, Senior:innen können das
4 Wende4.C — Wendefrage in RuhePlenum mit viel Zeit
5 Erzählen5.C — Plenum (Pflicht)Das Gehört-Werden ist zentral

Material

Vor dem Abend

Typische Tücken

C.5Junge Erwachsene (20–35)

Typische Konstellation: 6–10 Personen aus Hochschulgemeinde, Familienkreis, „Junge Erwachsene"-Gruppen.

Charakter: Reflektiert, oft mit ironischem Unterton. Vorsichtig mit Pathos, allergisch gegen „kirchige" Sprache. Schreiben oft lieber als reden. Wenn man sie ernst nimmt, gehen sie überraschend tief.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Handy-FotoEigene Welt, ohne Aufwand
3 Kyrie3.C — Die HeadlineSprache des digitalen Alltags
4 Wende4.C — Brücken-Frage mit NotizbuchSchreiben gibt Distanz und Würde
5 Erzählen5.C — PaarePlenum ist hier zu performativ

Material

Vor dem Abend

Typische Tücken

C.6Gemischte Gesinnungen

Typische Konstellation: 8–12 Personen aus bewusst unterschiedlichen Milieus — politisch, sozial, religiös. Eingeladen mit klarer Ansage.

Charakter: Angespannt zu Beginn. Wer hier hin kommt, weiß, dass auch „die andere Seite" da ist. Das ist Gold wert — aber die Regeln müssen sehr klar sein, sonst kippt's.

PhaseMethodeWarum
2 Warm-Up2.C — Drei Sätze, freiwilligSchriftlich, kein Zwang
3 Kyrie3.A — Wand der Sätze · PflichtAnonyme Schriftform, einzig sicher
4 Wende4.C — Brücken-Frage, schriftlichSchutz vor Bubble-Sanktion
5 Erzählen5.C — Paare bewusst gemischtGespräch über Bubbles hinweg

Material

Vor dem Abend

Typische Tücken

Die Variante „gemischte Gesinnungen" ist die schwierigste und gleichzeitig die wertvollste. Wenn sie gelingt, entstehen die Geschichten, die anders.erzählt am dringendsten braucht. Sie sollte nicht das erste Format sein, das eine Moderation ausprobiert. Aber sie sollte irgendwann kommen.

C.7Übersichtstabelle zum Schnellzugriff

Phase Gemeinde Schule Konfis Senior:innen Junge Erw. Gemischt
2 Warm-Up Gegenstand Vier Ecken Foto-Karten Gegenstand Handy-Foto Drei Sätze schriftl.
3 Kyrie Stille m. Kerze Anonym. Briefk. Spielfeld Reihum ein Wort Headline Wand der Sätze
4 Wende Offene Frage Aufstehen Speed-Frage Frage in Ruhe Brücken schriftl. Brücken schriftl.
5 Erzählen Plenum / Paare Reporter:innen Karten-Runde Plenum Pflicht Paare Paare gemischt

Phasen 1, 6, 7, 8 sind für alle Zielgruppen gleich.

Teil D

Werkzeuge & Vorlagen.

Der Fragenkatalog, das Aufnahme-Setup, das Foto-Briefing, die Einwilligungserklärung und die Material-Checkliste. Einige davon gibt es auch als separates Einseiter-PDF zum Verlinken auf der Website.

D.1Der Fragenkatalog

Sortiert nach den acht App-Themen. Pro Thema 5–6 Fragen, die in Phase 4 (Wende) oder Phase 5 (Erzählen) eingesetzt werden können.

Wichtig: Es sind alles Szenenfragen, keine Bekenntnisfragen. Sie suchen einen konkreten Menschen oder einen konkreten Moment, nicht eine Meinung. Wer eine Frage daraus nimmt, fragt nicht zusätzlich „Warum war das wichtig für dich?" — die Bedeutung soll die Geschichte selbst tragen.

Thema 1 · Nachbarschaft

Thema 2 · Hilfe & Sorge

Thema 3 · Mut & Hoffnung

Thema 4 · Generationen

Thema 5 · Glaube

Thema 6 · Heimat & Ankommen

Thema 7 · Arbeit & Beitrag

Thema 8 · Alltag, der trägt

Empfehlung pro Zielgruppe

D.2Aufnahme-Setup

Der Aufnahme-Koffer

Wir bauen einen Koffer, der im Kirchenkreis ausgeliehen werden kann. Eine Anschaffung, viele Nutzungen.

Audio

Foto-Hilfsmaterial (falls kein Profi)

Material

Geschätzte Anschaffungskosten: 450–600 €. Ausleihbar gegen Kaution (z.B. 50 €).

Setup-Anleitung für die Aufnahme-Ecke

Raumwahl (in dieser Reihenfolge bevorzugen)

  1. Kleines Büro mit Teppich, Vorhängen, Bücherregalen — Hall-Killer
  2. Wohnzimmer-artiger Raum mit Sofas und Vorhängen
  3. Gemeindesaal-Ecke mit Stellwand + Decke darüber (Behelf)

Niemals: großer leerer Saal, Kirchenraum mit Echo, Flur, Foyer.

Aufbau

Pegel-Einstellung

Begleitperson

Dateiverwaltung

D.5Material-Checkliste

Eine laminierte Karte für die Moderation. Wird vor jedem Abend abgehakt.

Vor dem Abend (3–7 Tage)

Am Tag des Abends

Nach dem Abend (48h)

D.3Foto-Briefing & D.4Einwilligung

Foto-Briefing und Einwilligungserklärung gibt es als separate Einseiter-PDFs zum Drucken und Verschicken. Sie liegen im selben Ordner wie dieses Werkstattbuch:

So entsteht aus jedem Erzählabend ein PDF

Jede HTML-Datei in diesem Ordner kann im Browser geöffnet und über Datei → Drucken → Als PDF speichern (oder ⌘P bzw. Strg+P) als PDF gesichert werden. Auf der Website kann das PDF direkt verlinkt werden, sodass Multiplikator:innen es herunterladen können.

Empfohlene Verlinkungs-Struktur auf der Website

Beispiel:

Sektion auf anders-erzählt.de
Erzähl-Kit zum Herunterladen

· Das Werkstattbuch (ca. 25 Seiten)  ↓ PDF
· Fragenkatalog (2 Seiten)  ↓ PDF
· Einwilligungserklärung (1 Seite, DSG-EKD)  ↓ PDF
· Foto-Briefing (1 Seite)  ↓ PDF
· Sprech-Tricks-Karte (1 Seite A6)  ↓ PDF
· Wahl-Tabelle (1 Seite)  ↓ PDF

Anders, nicht gegen.
Das Erzählkit · Stand: Mai 2026