Teil A
Fundament.
Bevor der erste Abend stattfindet, müssen fünf Dinge geklärt sein: wozu
das Ganze, was eine Geschichte ist, welche Haltung die Moderation
braucht, wie die vier Bewegungen ineinandergreifen und was eine gute
Moderation können muss.
A.1Wozu das Ganze
Die App anders.erzählt lebt von Geschichten, die wirklich
passieren. Sieben bis zehn Sätze. Ein Name oder ein Ort. Ein konkreter
Moment. Kein Kommentar, was das bedeutet.
So eine Geschichte:
Hilfe & Sorge · Beispiel
Die Schicht von Yusuf
Yusuf arbeitet im Pflegeheim St. Marien. Sechzig Stunden die Woche.
Letzte Woche hat er Herrn Brinkmann beim Sterben begleitet — drei Stunden
seine Hand gehalten, weil keine Familie da war. Niemand hat ihm gesagt,
dass er das tun soll. Er hat es einfach getan.
Oder so:
Mut & Hoffnung · Beispiel
Die Bank am Kanal
Jeden Donnerstag setzt sich Herr Vogel auf die Bank am Kanal. Daneben
ein Schild: „Wer reden möchte, darf sich setzen." Manchmal kommt niemand.
Manchmal vier. Seit zwei Jahren. Er ist 78, war Lehrer, jetzt hört er zu.
Niemand fragt, wer er ist.
Damit solche Geschichten in die App kommen, braucht es Menschen, die
sie erzählen — und Räume, in denen sie erzählt werden können. Dieses Kit
beschreibt einen solchen Raum: den Erzählabend. Zweieinhalb Stunden. Acht
bis zwölf Menschen. Eine Moderation. Am Ende stehen sechs bis zwölf
Geschichten in Rohform — davon werden drei bis sechs wirklich tragen.
Das Geschichtenerzählen enthüllt den Sinn, ohne den Fehler zu begehen,
ihn zu benennen.
Hannah Arendt
A.2Was eine Geschichte ist (und was nicht)
Das ist die wichtigste Seite des Kits. Vor jedem Abend nochmal lesen.
Eine Geschichte für anders.erzählt ist:
- Knackig und kurz. 60 bis 120 Wörter. 30 bis 60
Sekunden vorgelesen. Kürzer ist erlaubt, länger nicht.
- Eine wirkliche Situation. Etwas, das passiert ist —
an einem Tag, in einer Phase, als wiederkehrendes Ritual. Kein erdachtes
Beispiel, kein Allgemeinplatz.
- Eine Hoffnungsgeschichte. Eine Erfahrung aus dem
Leben, die Mut macht. Die zeigt: hier funktioniert noch etwas zwischen
Menschen.
- Konkret verankert. Konkrete Personen, konkrete
Orte, konkrete Zeiten schaffen Anker für die Hörenden. Eine Geschichte
in „irgendeiner Stadt" mit „einer Frau" verliert ihre Kraft. Frau
Görlitz im dritten Stock hat sie.
Eine Geschichte für anders.erzählt ist nicht:
- Eine Klage. Wir verteidigen
Vertrauensgemeinschaften. Es geht nicht um „die da oben", nicht um „die
da unten". Davon haben die Leute genug woanders. Hier: das andere.
- Belehrend. Keine Moral, keine Erklärung, was die
Geschichte uns sagen will. Wer die Geschichte erklären muss, ist noch
nicht fertig — sie trägt sich noch nicht selbst.
- Pathetisch. Keine großen Worte. „Menschlichkeit",
„Hoffnung", „Liebe" als Begriffe meiden. Die Geschichte zeigt
Hoffnung. Sie behauptet sie nicht.
- Eine „Vorzeige-Geschichte". Keine Pflicht zur
Vielfalt-Pointe. Jede gute Geschichte darf erzählt werden — wenn sie
konkret ist und Mut macht.
Drei Faustregeln
- Wenn die Geschichte erklärt werden muss, ist sie noch nicht fertig.
- Kein Pathos. Keine Moral. Kein großer Bogen.
- Konkrete Personen, Orte, Zeiten schaffen Anker — für die
Erzählenden, für die Hörenden, für die Lesenden.
A.3Die Haltung der Moderation
Wer die folgenden Punkte nicht teilt, sollte keinen Erzählabend
moderieren — auch wenn er das Kit auswendig kennt.
Wir suchen das Konkrete, nicht das Bedeutende.
„Frau Görlitz aus dem dritten Stock" schlägt jeden klugen Satz über
Nachbarschaft. Wenn jemand anfängt zu predigen, holen wir ihn behutsam
zurück: „Wer war das genau? Wie hieß sie?"
Wir suchen das Vertraute, nicht das Sensationelle.
Niemand muss eine Heldengeschichte liefern. Der Zettel am Hauseingang
reicht. Eine der wichtigsten Aufgaben des Abends: Menschen davon
überzeugen, dass ihr Alltag genug ist.
Wir suchen die Szene, nicht das Bekenntnis.
Wir fragen nie „Was bedeutet Heimat für dich?" — wir fragen „Wann hast
du dich das letzte Mal zuhause gefühlt? Erzähl mir den Moment."
Bekenntnisfragen produzieren Phrasen. Szenenfragen produzieren
Geschichten.
Wir nehmen Klagen wahr, aber bleiben nicht darin.
Klagen kommen. Über die Politik, über die Jugend, über die Kirche,
über das Dorf. Wir wischen sie nicht weg — das wäre respektlos. Aber wir
bleiben nicht im Klagen hängen. Eine gute Wendung: „Das höre ich. Und —
fällt dir aus dieser Zeit jemand ein, bei dem es anders war?"
Wir reparieren keine Weltbilder.
Wer kommt, kommt mit seiner Meinung. Wir wollen keine Meinungen
ändern. Wir wollen Geschichten sammeln. Das ist die ganze Aufgabe — und
sie ist groß genug.
Wir hören zu. Wirklich.
Die Versuchung als Moderation ist, schon den nächsten Schritt zu
denken, während jemand redet. Widerstehe ihr. Eine gute Geschichte wächst
nur dort, wo jemand sie wirklich hört.
Wir schneiden runter, nicht hoch.
Anders als in Therapie oder Seelsorge geht es hier nicht darum, dass
jemand alles loswird. Es geht darum, einen Funken zu finden und ihn
freizulegen. Unsere Hauptbewegung ist: kleiner machen,
nicht größer.
A.4Die vier Bewegungen
Ein Erzählabend hat vier Bewegungen, die ineinandergreifen. Jede
braucht andere Methoden. Wer das vermischt, verliert die Gruppe.
Bewegung 1 — Erzählen lassen
Menschen müssen erst erzählen dürfen, bevor sie erzählen
können. Das heißt: Schutzraum, Wärme, niedrige Schwelle. In
dieser Phase nicht gleich auf die App-Form hinarbeiten. Erstmal alles
annehmen, was kommt — auch Umwege, auch Anekdoten ohne Pointe.
breit fragen, weit öffnen, viel Geduld
Bewegung 2 — Das Gute aufspüren
In dem, was erzählt wird, liegen oft mehrere Geschichten verschachtelt.
Eine Erinnerung an die DDR enthält oft eine kleine Szene aus dem
Hinterhof. Eine Bemerkung über „die Jugend heute" enthält oft den einen
Enkel, der zugehört hat. Diese Geschichten finden wir durch gezieltes
Nachfragen.
eine Frage, die nach einem Menschen mit Namen sucht
Bewegung 3 — Verdichten
Wenn das Konkrete da ist, muss es noch kleiner werden. Auf 60–120
Wörter. Das passiert in den Triaden (siehe B.6). Hier lernt der/die
Erzähler:in selbst, was der Kern der eigenen Geschichte ist.
was kann weg, ohne dass die Geschichte fällt?
Bewegung 4 — Anonymisieren (nachgelagert)
Im Erzählabend wird mit echten Namen erzählt — sonst
wird es abstrakt. Erst in der Redaktion nach dem Abend entscheiden wir
gemeinsam mit der/dem Erzähler:in, ob der Name bleibt, der Vorname bleibt
und der Nachname fällt, oder Name und Ort geändert werden.
Faustregel: Vornamen und Stadtteil/Dorf bleiben in der Regel —
Nachnamen und Straßennamen meist nicht.
schützen ohne entkernen
A.5Was eine gute Moderation kann
Sechs Kompetenzen. In dieser Reihenfolge wichtig:
- Warm den Raum öffnen. Die ersten zehn Minuten
entscheiden alles. Lieber zwei Minuten zu früh dasein und Tee
aufsetzen, als zwei Minuten zu spät kommen mit gutem Konzept.
- Stille aushalten. Wer Stille schnell wegredet,
verliert die guten Geschichten. Faustregel: bis zehn zählen, bevor du
nach einer Frage selbst weiterredest.
- Konkret nachfragen, ohne zu bohren. „Wie hieß
sie?" — nicht „Warum war das wichtig für dich?". Niemals nach Bedeutung
fragen — die soll die Geschichte selbst tragen.
- Unterbrechen, wenn nötig. Sanft, aber bestimmt.
„Lass uns kurz hier bleiben — du hast eben Frau Petersen erwähnt." Das
ist nicht unhöflich, das ist das Format.
- Klagen wenden, ohne sie zu übergehen. Niemals:
„Aber es gibt doch auch Schönes." Immer: „Das höre ich. — Und gab es in
dieser Zeit auch jemanden, der..."
- Die Gruppe schützen. Wenn jemand bewertet,
vergleicht, kommentiert: zurückführen. Die erzählende Person muss
spüren: hier passiert mir nichts.
Was eine Moderation nicht können muss: Therapie,
Seelsorge, Medienarbeit, Tontechnik. Wer das mitbringt, gut. Wer nicht,
kann genauso moderieren.
Teil B
Methodenkoffer.
Acht Phasen. Jede mit Material und Tücken. In den Phasen 2, 3, 4 und 5
gibt es jeweils drei Methoden zur Wahl: A allgemein, B allgemein, C
spezifisch nach Zielgruppe. Die Phasen 1, 6, 7 und 8 sind für alle
Gruppen gleich.
B.0Zeitstruktur (150 Min)
00:00 — 00:10Phase 1 · Ankommen & Rahmen
00:10 — 00:25Phase 2 · Warm-Up
00:25 — 00:35Phase 3 · Das Schwere benennen
00:35 — 00:50Phase 4 · Die Wende
00:50 — 01:00Pause
01:00 — 01:30Phase 5 · Erzählen — Hoffnungsgeschichten
01:30 — 02:00Phase 6 · Triaden — Verdichten
02:00 — 02:25Phase 7 · Aufnahme + Foto
02:25 — 02:30Phase 8 · Abschluss
B.1Ankommen & Rahmen · 10 Min · für alle gleich
Setting: Stuhlkreis ohne Tisch in der Mitte. Auf jedem
Platz: Wasserglas, Stift, leere Karte. Warmes Licht, keine Deckenflur.
Hintergrundmusik leise, bis alle da sind — beim Beginn aus.
Für Schule: Wenn das im Klassenraum stattfindet,
Tische zur Seite schieben, Stühle in Kreis. Lehrer:in sitzt im Kreis,
nicht vor der Tafel.
Die Moderation sagt — frei, in eigenen Worten — fünf Dinge:
- Warum wir hier sind. „Wir sammeln heute Geschichten
aus eurem Alltag. Geschichten, in denen etwas Gutes passiert ist. Nicht
groß, nicht dramatisch — aber echt."
- Wofür die Geschichten sind. Die App kurz zeigen.
Eine Geschichte vorspielen (Yusuf, Frau Görlitz oder die Bank am Kanal).
Das nimmt die Abstraktheit.
- Was hier nicht passiert. Keine Bewertung. Kein
Vergleich. Niemand muss erzählen. Zuhören hilft genauso wie reden.
- Was am Ende mit den Geschichten passiert. Wer eine
Geschichte einsprechen möchte, kann das heute oder später tun. Namen
werden in der Redaktion mit jeder/jedem einzeln geklärt.
Datenschutz-Karte am Ende, freiwillig.
- Die Regel für heute. „Wir suchen Geschichten,
keine Meinungen. Wenn ich dich unterbreche und nach einem konkreten
Menschen oder Tag frage — bin ich nicht streng, sondern neugierig."
B.2Warm-Up · 15 Min · drei Methoden
Ziel: Jede:r hat einmal gesprochen. Niemand fühlt
sich exponiert. Noch keine echten Geschichten — nur Anstoßen.
A
Die kleine Runde allgemein
Eine einzige Frage. Eine Runde. 60 Sekunden pro Person. Niemand muss
antworten.
Fragen-Pool: „Wer war heute schon nett zu dir?" / „Was hast
du heute Morgen aus dem Fenster gesehen?" / „Wem hast du diese Woche
die Tür aufgehalten?" / „Was war heute der erste Geruch?"
Setting Stuhlkreis, niedrige Lautstärke.
Material keins.
Tücke Funktioniert nicht, wenn die Gruppe sich gar nicht kennt — dann zu exponiert. Dann lieber B oder C.
B
Drei Sätze allgemein
Jede:r bekommt eine Karte mit drei Satzanfängen: „Letzte Woche hat
mir jemand…" · „In meiner Straße / Schule / Familie kenne ich…" · „Ich
freue mich jeden Tag auf…". Drei Minuten still schreiben. Wer mag,
liest einen Satz vor.
Setting Stuhlkreis, jede:r mit Karte und Stift.
Material vorgedruckte Karten, Stifte.
Tücke Wer nicht gerne schreibt (Sehprobleme, LRS), wird ausgeschlossen. Dann lieber A.
C — Spezifisch pro Zielgruppe
Gemeindeabend · Senior:innen → Der Gegenstand
Jede:r bringt einen kleinen Gegenstand mit (vorher in der Einladung
angekündigt), der mit einem guten Menschen oder einer guten Sache im
eigenen Leben zu tun hat. Reihum zeigen, einen Satz dazu.
Funktioniert besonders gut, wenn Menschen sich
trauen, etwas Persönliches mitzubringen — Senior:innen haben fast
immer ein Ding zuhause, das eine Geschichte trägt.
Schule → Vier Ecken
Vier Ecken im Raum markiert: „Ich war heute schon traurig" / „…
glücklich" / „… wütend" / „… dankbar". Die Schüler:innen stellen sich
in die zutreffende Ecke. Pro Ecke ein:e Sprecher:in: warum stehst du
hier? Kein Druck zur Erklärung — ein Wort reicht.
Bewegung, kein Sprechen-müssen, Wahlmöglichkeit.
Funktioniert auch in einer 8. Klasse, in der alle erstmal so tun, als
hätten sie keinen Bock.
Konfis → Foto-Karten von Personen und Orten
30 Foto-Karten auf dem Tisch — konkrete Bilder von Personen und
Orten, kein Naturmotiv-Kram: eine alte Frau auf einer Bank, ein
Hauseingang mit Klingelschildern, ein Vater mit Kind im Park, eine
Schulflur-Ecke, ein Bus mit freundlichem Fahrer, eine Gemeindeküche.
Jede:r sucht sich eine aus, die zu einem guten Moment passt.
Konfis brauchen Bilder, die einen sofortigen
Andockpunkt geben („das sieht aus wie meine Oma"). Konkrete Menschen
und Orte funktionieren, abstrakte Naturmotive nicht.
Junge Erwachsene → Das Handy-Foto
„Sucht in eurer Galerie ein Foto, das in den letzten 14 Tagen
entstanden ist — und auf dem irgendwas Gutes drauf ist. Egal was."
Reihum zeigen, einen Satz.
Die Kamerarolle ist ihr Tagebuch. Sie finden dort
sofort etwas, ohne Aufwand. Zeigt: hier wird mit euren Mitteln
gearbeitet, nicht gegen sie.
Gemischte Gesinnungen → Drei Sätze, schriftlich-freiwillig
Wie Methode B, aber ohne Reihum-Vorlesen. Wer mag, legt die Karte
in die Mitte (anonym oder mit Namen). Moderation liest ein paar
vor.
Schützt diejenigen, die unter Beobachtung stehen
und nicht persönlich exponiert werden wollen.
B.3Das Schwere benennen · 10 Min · drei Methoden
Ziel: Bevor wir Hoffnungsgeschichten suchen, geben
wir dem Schweren einen Ort. Das ist nicht Therapie. Das ist die
Anerkennung: wir kommen aus Misstrauensgemeinschaften, und das spüren wir
alle. Ohne diese Phase klingen die Hoffnungsgeschichten nachher wie Trotz
oder Realitätsflucht. Mit ihr klingen sie wie eine ehrliche
Antwort.
Diese Phase ist kurz und klar begrenzt. Wir bleiben
nicht darin. Sie ist Vorbereitung, nicht Ziel.
Innere Sprache der Moderation: Das ist das Kyrie. Wir benennen, was
schwer ist. Dann gehen wir weiter.
Sprache nach außen: „Bevor wir gleich nach guten Geschichten
suchen, möchte ich einen Moment für etwas anderes nehmen. Wir leben in
einer Zeit, in der viel anstrengend ist. Das wegzuwischen wäre unehrlich.
Also: zehn Minuten lang sagen wir, was im Moment schwer ist. Dann lassen
wir es los und schauen woandershin."
A
Die Wand der Sätze allgemein
Pinnwand. Oben: „Was mir gerade schwer fällt im
Zusammenleben." Jede:r 2–3 Karten, 3 Minuten still schreiben.
Reihum ankleben, ohne zu kommentieren. Wir lesen still. Moderation:
„Das war's. Das lassen wir hier hängen. Was uns trotzdem trägt — darum
geht es jetzt."
Material Karten, Stifte, Pinnnadeln.
Tücke Manche schreiben endlos. Klare 3-Minuten-Ansage, dann Timer.
B
Reihum: ein Wort allgemein
Reihum ein einziges Wort oder eine Drei-Wort-Phrase. „Lautstärke."
„Die Angst vor dem nächsten Jahr." „Keiner hört zu." Niemand muss
erklären. Nach der Runde ein paar Sekunden Stille.
Material keins.
Tücke Wer zur Erklärung ansetzt, wird sanft unterbrochen: „Lass uns bei einem Wort bleiben."
C — Spezifisch pro Zielgruppe
Gemeindeabend → Stille mit Kerze
Eine Kerze in der Mitte. Drei Minuten Stille. Dann sagt jede:r, wer
mag, einen Satz. Niemand muss. Die Stille ist die Hauptmethode.
In Gemeinden ist Stille vertraut — gleichzeitig
liturgisch (Kyrie!) und profan.
Schule → Anonymer Briefkasten
Eine Box in der Mitte. Jede:r schreibt anonym auf einen Zettel.
Drei Minuten. Zettel falten, in die Box. Moderation zieht 5–6 Zettel
und liest vor. Niemand reagiert.
Schutz vor Klassenöffentlichkeit ist hier
kritisch. Anonymität ist Pflicht — jeder Satz wäre sonst ein
potentielles Mobbing-Risiko.
Konfis → Spielfeld „Was nervt"
Klebeband-Spielfeld auf dem Boden, Skala 0–10. Moderation ruft
Begriffe rein: „Lehrer, die nicht zuhören." / „Eltern, die das Handy
wegnehmen." / „Politik." / „Kirche." / „Schule." Konfis bewegen sich
auf der Skala. Kurz, schnell — keine Diskussion.
Bewegung statt Sprechen, schnell, nicht peinlich.
Jeder steht irgendwo, niemand muss erklären. Das Kyrie wird gespürt,
nicht artikuliert.
Senior:innen → Reihum: ein Wort (3.B)
Bei Senior:innen reicht das. Sie können das, sie wissen wie. Nicht
überkompliziert machen.
Junge Erwachsene → Die Headline
Jede:r schreibt auf eine Karte eine Schlagzeile (à la
Spiegel-Online-Titel), die ihr eigenes Lebensgefühl beschreibt: „Wenn
dein Vermieter dich nach 8 Jahren rauswirft, weil Eigenbedarf — was
tun?" / „Generation Z: müde mit 25." Reihum vorlesen, eine pro Person.
Nicht diskutieren.
Sprache des digitalen Alltags, ein bisschen
Humor, kein Selbstmitleid.
Gemischte Gesinnungen → Die Wand der Sätze (3.A) · Pflicht
Hier muss anonym geschrieben werden. Niemals reihum sprechen lassen,
wenn die Gesinnungen sehr unterschiedlich sind — das eskaliert.
Schriftliche Wand, alle dürfen alles schreiben, niemand kommentiert.
B.4Die Wende · 15 Min · drei Methoden
Vom Kyrie zum Gloria. Was uns trägt, ist da. Wir suchen es jetzt.
Sprache nach außen: „Jetzt wechseln wir den Blick. Wir
bleiben nicht beim Schweren. Wir schauen jetzt nach dem, was trotzdem
funktioniert."
Die Wendetechnik in drei Schritten
- Anerkennen. Moderation fasst kurz ohne Bewertung
zusammen, was in Phase 3 kam. „Wir haben Müdigkeit gehört. Misstrauen.
Angst. Lautstärke. Das ist da. Wir tun nicht so, als wäre es nicht
da."
- Den Bruch im Klagen suchen. Eine Frage, die die
Klage nicht widerlegt, sondern eine Ausnahme darin sucht.
Drei bis fünf Namen oder Momente sammeln, an die Tafel.
- Eine Geschichte aussuchen. Moderation zeigt auf
die Tafel: „Hier stehen Namen. Hier sitzen Menschen, die diese Namen
kennen. Wir hören gleich davon."
Wichtig: Die Wendetechnik ist kein Widerspruch. Wir
widerlegen die Klage nicht. Wir suchen die Geschichte, die trotz
der Klage da ist.
A
Die offene Wendefrage allgemein
Nach kurzer Zusammenfassung des Kyrie:
„Wer in deinem Umfeld macht es trotzdem? Wer hält trotzdem
etwas zusammen?" Drei bis fünf Namen an die Tafel.
B
Die Brücken-Frage allgemein
„Wann hast du zuletzt erlebt, dass jemand etwas getan hat,
womit du nicht gerechnet hast — etwas Gutes?" Drei bis fünf
Antworten als Stichwort statt Namen.
Unterschied zu A: A sucht Personen, B sucht Momente.
Manche Gruppen kommen besser über Personen, manche über Momente.
C — Spezifisch pro Zielgruppe
Gemeindeabend → 4.A (Namen sammeln)
Schule → Die Klasse aufstehen lassen
Moderation sagt Aussagen, wer zustimmt steht auf: „Steht auf, wer in
den letzten zwei Wochen einem Menschen begegnet ist, der nicht aus
eurem Umfeld kommt, und der nett war." → „Steht auf, wer einen
Erwachsenen kennt, der euch wirklich zuhört." Nach jedem Aufstehen:
zwei oder drei werden gefragt: „Wer war das?" Name auf die Tafel.
Körperliche Beteiligung verhindert, dass nur die
zwei Wortführer:innen sprechen. Aufstehen ist eine kleine Mut-Geste,
aber niedrig.
Konfis → Die Speed-Frage
Moderation klatscht: „Drei, zwei, eins — wer fällt dir ein, der gut
ist?" Reihum, jede:r hat 5 Sekunden, einen Namen, kein Drumherum. Wer
nichts hat, sagt „pass" und ist später dran.
Konfis hassen langes Nachdenken vor der Gruppe.
Speed nimmt den Druck.
Senior:innen → 4.A in Ruhe
Bei Senior:innen ist es wichtig, Zeit zu lassen.
Wer nach einer Frage 20 Sekunden überlegt, soll überlegen dürfen.
Moderation hält die Stille.
Junge Erwachsene → Brücken-Frage mit Notizbuch
Jede:r bekommt 3 Minuten still — schreibt in das eigene Heft/Handy
einen Moment auf, in dem zuletzt jemand „über sich hinausgewachsen"
ist. Dann reihum: ein Satz, kein Name nötig.
Schreiben gibt Distanz und Würde. Sie wollen nicht
spontan über andere reden ohne Vorbereitung.
Gemischte Gesinnungen → Brücken-Frage, schriftlich
Niemals direkt Namen sammeln im Plenum — das wird politisch (man
könnte ja den „falschen" Menschen gut finden). Stattdessen: jede:r
schreibt einen Moment auf, in dem jemand etwas Gutes getan hat, ohne
dass es zur eigenen politischen Seite passte. Karten anonym in die
Mitte, Moderation liest ein paar vor.
Schützt vor sozialen Sanktionen aus der jeweiligen
Bubble.
B.5Erzählen — Hoffnungsgeschichten · 30 Min · drei Methoden
Ziel: Jede:r erzählt eine Geschichte. Konkret. Mit
Namen oder Ort. Noch nicht verdichtet auf App-Form — das passiert in
Phase 6.
A
Plenum mit gezieltem Nachfragen allgemein
Klassisch. Eine Person erzählt, Moderation fragt konkretisierend
nach (Wer? Wann? Wie hieß sie?), die anderen hören zu. 3–4 Min pro
Person. Bei großen Gruppen reichen 5–7 Geschichten.
Tücke Wortführer:innen brauchen klare Zeitgrenze. Freundlich, aber konsequent abkürzen: „Halt kurz — bevor du weitererzählst, eine Frage: wie hieß sie?"
B
Paargespräche allgemein
Zwei Personen. Eine erzählt fünf Minuten, die andere fragt nach
(Wer? Wann? Welches Detail?). Dann Rollenwechsel. Plenarrunde nachher:
nicht „Was hat dein Gegenüber erzählt?" — sondern „Was hat
dich besonders berührt?" Die Geschichte gehört dem Erzähler.
Tücke Co-Moderation läuft durch die Paare, hört rein, identifiziert die zwei oder drei stärksten Geschichten.
C — Spezifisch pro Zielgruppe
Gemeindeabend → Plenum (5.A) bei ≤8, Paare (5.B) ab 9
Schule → Die Reporter:innen-Runde
Klasse teilt sich in Paare. Eine:r ist „Reporter:in" mit Aufgabe:
„Finde aus deinem Gegenüber eine kleine, gute Geschichte
heraus. Frag wie ein:e Reporter:in: Wer? Wann? Wo? Was genau ist
passiert?" Nach 8 Minuten Rollenwechsel. Am Ende erzählen die
Reporter:innen (nicht die Erzähler:innen!) die Geschichte
ihres Gegenübers im Plenum — auf Erlaubnis.
Macht die Schwellenangst kleiner (jemand anders
erzählt deine Geschichte) und übt nebenbei Interview-Kompetenz. Hat
Lerntiefe — die Lehrer:in kann sich didaktisch dahinterstellen.
Konfis → Die Karten-Runde
Auf dem Tisch 8 Karten mit den App-Themen (Nachbarschaft, Hilfe
& Sorge, Mut & Hoffnung, Generationen, Glaube, Heimat &
Ankommen, Arbeit & Beitrag, Alltag). Konfis ziehen reihum eine
Karte und erzählen eine kleine Geschichte zum Thema — wer keine hat,
tauscht die Karte.
Karten geben Halt, Wahl, Variation. Verhindert,
dass alle dieselbe Geschichte (Oma, Hund, Trainer) erzählen.
Senior:innen → Plenum (5.A) · Pflicht
Senior:innen wollen ins Plenum erzählen. Wer ihnen nur Paare
anbietet, raubt ihnen den Auftritt. Plenum, ausreichend Zeit,
konkretisierend nachfragen. Bei mehr als 10 Personen: zwei Plenarrunden
in getrennten Räumen mit je einer Moderation.
Junge Erwachsene → Paare (5.B)
Plenum ist für diese Gruppe oft zu performativ. Paare mit klarem
Auftrag funktionieren am besten.
Gemischte Gesinnungen → Paare bewusst gemischt — mit Regeln
Im Plenum würde sich jede:r vor der jeweils anderen Seite
positionieren. Im Paar erzählt man einer einzelnen Person — das ist
menschlich, nicht politisch. Paare bewusst mischen
(eine:r aus jeder Seite pro Paar), aber das nicht ankündigen.
Regeln vor Bildung der Paare laut vorlesen, auf einem Blatt am Platz:
- Wir suchen Geschichten, keine Meinungen. Nenne Menschen, Orte, Tage — keine Bewertungen der Welt.
- Wir bewerten die Geschichte des anderen nicht. Auch nicht innerlich.
- Konkrete Fragen: Wer? Wann? Wie hieß sie? Niemals: „Warum findest du das gut?"
- Wir wechseln pünktlich. Damit niemand dominiert.
- Was im Paar gesagt wird, bleibt im Paar. Im Plenum nachher fragen wir nur: „Was hat dich berührt?"
Wer Regeln verletzt, wird unterbrochen. Wer damit nicht klarkommt,
darf in die Lounge gehen — ohne Begründung.
B.6Triaden — Verdichten · 30 Min · für alle gleich
Drei Personen, drei Rollen, die rotieren: Erzähler:in,
Zuhörer:in, Schreiber:in. Drei Runden à 8 Minuten. Nach jeder
Runde rotieren die Rollen.
Warum das das stärkste Werkzeug ist: Eine Geschichte
wird beim zweiten Erzählen immer besser. Beim ersten Mal sucht man noch.
Beim zweiten Mal weiß man, was der Kern ist. Die Triade liefert diesen
zweiten Anlauf — und ein Paar geübte Ohren mit einem Stift dazu.
Zwei Übungen in den Triaden
Vorher im Plenum einmal erklären und vorführen!
- Streich-Übung. Zuhörer:in fragt: „Welche zwei
Sätze davon waren am wichtigsten?" Dann: „Wenn du nur drei Sätze sagen
dürftest — welche?"
- Ein-Bild-Test. „Wenn du nur ein Bild aus der
Geschichte zeigen könntest — welches?"
Am Ende hat jede:r eine Stichwort-Notiz der eigenen Geschichte auf
einer Karte. Diese Karte geht mit in die Aufnahme.
Setting Triaden räumlich trennen (Ecken, kleine Tische, Nachbarräume). Lärmpegel macht es kaputt, wenn alle im selben Raum sind.
Schule Wenn nur ein Klassenraum verfügbar: mit Stühlen Inseln bauen. Lehrer:in geht von Insel zu Insel als stille Hilfe.
Konfis Triaden NICHT zufällig — Co-Moderation teilt ein.
B.7Aufnahme + Foto · 25 Min · für alle gleich
Das ist eine eigene Phase, kein Anhang. Mit didaktischer Tiefe:
Vorlesen lernen.
Aufbau
Zwei Ecken oder Räume:
- Aufnahme-Ecke (ruhig, gedämpft): Tisch, Mikro,
Aufnahmegerät, ruhige Begleitperson.
- Foto-Ecke (Licht!): guter Hintergrund (alte
Holzwand, neutraler Vorhang, Fensterbrett mit Tageslicht — kein
Bühnenhintergrund, keine Veranstaltungsbanner), Profi-Fotograf:in.
- Hauptraum: lockerer Ausklang, Tee, Gespräche. Wer
wartet, wartet hier.
Reihenfolge: erst Aufnahme, dann Foto
Wer gerade die eigene Geschichte gesprochen hat, ist offen und
präsent — das ist der richtige Moment für das Portrait. Wer noch nicht
erzählt hat, ist angespannter und sieht es im Bild.
Pro Person realistisch: 5–7 Min Aufnahme + 3–4 Min Foto = 8–11 Min
insgesamt. Bei zwei parallelen Aufnahme-Plätzen schaffen wir 8–12
Personen in 25 Min Aufnahme — das Foto läuft parallel.
Sprachtraining in der Aufnahme-Ecke
Das ist der unterschätzte Teil. Die meisten Menschen können nicht gut
vorlesen — sie kennen es nicht. Die Begleitperson ist nicht nur Technik,
sondern Vorlese-Coach.
Die fünf Sprech-Tricks (laminierte Karte in der Aufnahme-Ecke)
- Ankommen. Bevor du anfängst — zwei Sekunden
Stille. Augen zu, ein Atemzug. Dann erst der erste Satz.
- Langsamer als du denkst. Was sich für dich langsam
anfühlt, ist für die hörende Person normal.
- Am Punkt absetzen. Wo ein Punkt steht, ist eine
kleine Pause. Echt eine. Eine Sekunde.
- Nicht „vorlesen", sondern erzählen. Stell dir vor,
eine einzelne Person sitzt dir gegenüber. Du teilst, du performst
nicht.
- Den letzten Satz halten. Nicht schneller werden,
weil du fertig sein willst. Im Gegenteil: den letzten Satz besonders
ruhig. Dann zwei Sekunden Stille, dann ist Aufnahme aus.
Der Drei-Take-Standard: Wir machen immer mindestens
drei Aufnahmen. Die erste ist meist nervös, die zweite
gut, die dritte am besten. Die Begleitperson sagt zwischen den Takes ein
kurzes warmes Wort: „Schön. Beim nächsten Mal: gleich am Anfang einen
Atemzug." Keine Kritik. Nur ein Tipp.
Wer gar nicht vorlesen mag: Die Geschichte wird als
Interview aufgenommen. Die Begleitperson stellt Fragen
aus der Triadennotiz: „Erzähl mir noch mal: Wer war Yusuf?" → Antwort.
„Was hat er letzte Woche gemacht?" → Antwort. Im Schnitt klingt das wie
ein erzählter Bericht und ist oft sogar lebendiger.
B.8Abschluss · 5 Min · für alle gleich
Wieder im Kreis. Moderation sagt kurz, was heute Abend für sie/ihn
passiert ist (keine Namen ohne Erlaubnis). Letzte Runde: ein
Wort, mit dem jede:r geht. Reihum, schnell, kein Druck.
Datenschutz-Karten austeilen (siehe D.4). Jede:r entscheidet jetzt oder
zuhause, ob die Geschichte in die App darf.
Verabschieden. Aufräumen kann warten.
Teil C
Wahl-Tabelle.
Sechs Zielgruppen, sechs Konstellationen. Für jede: welche Methode
in welcher Phase, welches Material, welche typischen Tücken, welche
Vorbereitung sich lohnt.
C.1Offener Gemeindeabend
Typische Konstellation: 8–14 Personen, gemischt im
Alter (Erwachsene 30–80), kennen sich teilweise.
Charakter: Vertrauensvorschuss da, aber Schweigen ist
verbreitet. Wortführer:innen vorhanden.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Der Gegenstand | Dinge sprechen leichter als Menschen |
| 3 Kyrie | 3.C — Stille mit Kerze | Liturgisch vertraut, ehrlich |
| 4 Wende | 4.A — Offene Wendefrage | Plenum funktioniert hier |
| 5 Erzählen | 5.A bei ≤8, 5.B bei >8 | Plenum wenn klein, Paare wenn groß |
Material
- Stuhlkreis, Kerze, Streichhölzer
- Pinnwand + Karten + Stifte (Backup für Phase 3)
- Flipchart für Phase 4
- 3 Beispielgeschichten ausgedruckt, große Schrift
Vor dem Abend
- Einladung mit Bitte um Gegenstand 7–10 Tage vorher
- Pastor:in spricht beim Kirchencafé persönlich 4–5 Menschen an
- Aufnahme-Ecke vorab eingerichtet
Typische Tücken
- Eine Person redet zu lange in Phase 5 → freundlich-konsequent unterbrechen
- Theologische Diskussion in Phase 3 → „Wir reden gleich darüber. Erstmal: was ist schwer?"
- Pastor:in als Moderation neigt zum Predigen → mit Co-Moderation Zeichen vereinbaren
C.2Schule (Religion/Ethik, Klassen 8–10)
Typische Konstellation: 20–30 Schüler:innen, eine
Klasse, Doppelstunde + Aufnahme/Foto im Nachmittag oder Folgestunde.
Charakter: Pflichtveranstaltung — Misstrauen
gegenüber „Mitmach-Kram". Mobbing-Risiko bei Selbstoffenbarung.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Vier Ecken | Bewegung, niemand muss reden |
| 3 Kyrie | 3.C — Anonymer Briefkasten | Pflicht-Anonymität in Schule |
| 4 Wende | 4.C — Klasse aufstehen lassen | Körperliche Beteiligung |
| 5 Erzählen | 5.C — Reporter:innen-Runde | Lernziel + Schutz durch zwei Rollen |
Material
- 4 große Schilder für die Ecken („traurig / glücklich / wütend / dankbar")
- Briefkasten oder Box, Zettel, Stifte
- Flipchart, dicker Filzstift
- Karten mit Reporter:innen-Fragen (Wer? Wann? Wo? Wie hieß sie?)
- Aufnahme-Setup im Nachbarraum
Vor der Stunde
- Lehrer:in spricht 2–3 Tage vorher kurz an, was kommt — keine Hausaufgabe
- Tische zur Seite, Stühle in Kreis — vor Stundenbeginn fertig
- Klären: Schüler:innen müssen wissen, dass das hier NICHT benotet wird
- Mit Schulleitung Datenschutz vorab klären (Elterneinwilligung für Audio!)
Typische Tücken
- Sabotage durch 2–3 Schüler:innen → nicht verteidigen: „Du kannst dich auch raussetzen und still mitmachen. Du musst nichts." 90% bleiben dabei.
- Mobbing-Material in Geschichten → sanft abfangen, ohne öffentlich zu verteidigen
- Aufnahme + Foto am selben Tag wegen Doppelstunde-Logik schwierig → Projekttag (3–4 Stunden) deutlich besser als zwei Doppelstunden
C.3Konfis (12–13 Jahre)
Typische Konstellation: 8–18 Konfis, freiwilliger
Charakter, aber Gruppendruck vorhanden.
Charakter: Schwankend zwischen euphorisch und
peinlich-berührt im Minutentakt. Wer einmal lacht, lacht alle weg. Wer
einmal ernst wird, geht erstaunlich tief.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Foto-Karten | Konkrete Andockpunkte, kein Gerede |
| 3 Kyrie | 3.C — Spielfeld „Was nervt" | Bewegung, Tempo, keine Bekenntnisse |
| 4 Wende | 4.C — Speed-Frage | Tempo, kein Druck |
| 5 Erzählen | 5.C — Karten-Runde | Wahl, Variation |
Material
- 30 Foto-Karten von Personen und Orten (vorab als Set herstellen, laminieren — hält Jahre)
- Klebeband-Spielfeld auf dem Boden (Skala 0–10)
- 8 Themen-Karten DIN A5
- Aufnahme-Set + Foto-Ecke mit hellem Hintergrund
Vor dem Abend
- Co-Moderation organisieren — bei Konfis fast Pflicht
- In der vorigen Konfistunde eine Geschichte aus der App hören und drüber reden
- Eltern-Einwilligung für Audio und Foto eingeholt
Typische Tücken
- Triade kippt in Lachen → vorher im Plenum vorführen, wie eine gute Triade läuft
- Drei Konfis, die sich nicht riechen können → Co-Moderation teilt ein, nicht nach Wahl
- Alle erzählen dieselbe Geschichte (Oma, Trainer, Hund) → Themenkarten zwingen zur Vielfalt
Bonus: Konfis können die Technik übernehmen. Eine:r
macht die Aufnahme bei den anderen — das wertet auf und entlastet
Erwachsene.
C.4Senior:innen
Typische Konstellation: 6–12 Personen aus
Gemeindekreisen, Frauenkreis, Männerkreis, Seniorennachmittag. Kennen
sich gut.
Charakter: Erzählfreudig, oft mit ausgeprägter Lust
am Plenum. Erinnerungen wertvoll und tief. Tempo deutlich langsamer.
Schwerhörigkeit und Sehprobleme berücksichtigen.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Der Gegenstand | Dinge öffnen Erinnerung |
| 3 Kyrie | 3.B — Reihum: ein Wort | Klare Form, Senior:innen können das |
| 4 Wende | 4.C — Wendefrage in Ruhe | Plenum mit viel Zeit |
| 5 Erzählen | 5.C — Plenum (Pflicht) | Das Gehört-Werden ist zentral |
Material
- Stuhlkreis ohne Tisch (Polsterstühle, wenn möglich)
- Tee/Kaffee vor Beginn bereit (nicht erst in der Pause)
- Große Schrift auf Karten (mind. 14pt)
- Akustik prüfen, ggf. Induktionsschleife
Vor dem Abend
- Persönliche Einladung (Brief oder Anruf), kein Aushang
- Gegenstand-Bitte freundlich, nicht zwingend
- Anfahrt klären, Raum-Erreichbarkeit (Treppen!)
Typische Tücken
- Zwei Erzählerinnen dominieren Plenum → von Anfang an reihum ansagen
- Geschichten zu lang (15-Min-Lebensbogen statt 60-Sek-Szene) → mehrfach konkretisierend nachfragen
- Anonymisierung: viele Senior:innen wollen ausdrücklich, dass die Pastorin/der Nachbar genannt wird — vorher fragen
C.5Junge Erwachsene (20–35)
Typische Konstellation: 6–10 Personen aus
Hochschulgemeinde, Familienkreis, „Junge Erwachsene"-Gruppen.
Charakter: Reflektiert, oft mit ironischem Unterton.
Vorsichtig mit Pathos, allergisch gegen „kirchige" Sprache. Schreiben oft
lieber als reden. Wenn man sie ernst nimmt, gehen sie überraschend
tief.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Handy-Foto | Eigene Welt, ohne Aufwand |
| 3 Kyrie | 3.C — Die Headline | Sprache des digitalen Alltags |
| 4 Wende | 4.C — Brücken-Frage mit Notizbuch | Schreiben gibt Distanz und Würde |
| 5 Erzählen | 5.C — Paare | Plenum ist hier zu performativ |
Material
- Stuhlkreis, neutrales Setting (lieber Wohnzimmer-Atmosphäre als Gemeindesaal)
- Notizhefte oder gute Karten (Materialqualität signalisiert: ernst gemeint)
- Getränke jenseits Filterkaffee
Vor dem Abend
- Einladung per Messenger oder Mail, kein Aushang
- Klare Zeitangabe — „150 Min, wir hören pünktlich auf"
- Aufnahme als Möglichkeit, nicht Pflicht erwähnen
Typische Tücken
- Gruppe rutscht ins Ironische → nicht verteidigen, mit-lachen, dann konkret werden: „Okay, lassen wir's. Erzähl mir eine reale Person."
- Niemand will als erste:r erzählen → Schreibphase verlängern, Paare bilden
- Aufnahme: Performance-Druck → „Sprich, wie du es deiner WG am Frühstückstisch erzählen würdest."
C.6Gemischte Gesinnungen
Typische Konstellation: 8–12 Personen aus bewusst
unterschiedlichen Milieus — politisch, sozial, religiös. Eingeladen mit
klarer Ansage.
Charakter: Angespannt zu Beginn. Wer hier hin kommt,
weiß, dass auch „die andere Seite" da ist. Das ist Gold wert — aber die
Regeln müssen sehr klar sein, sonst kippt's.
| Phase | Methode | Warum |
| 2 Warm-Up | 2.C — Drei Sätze, freiwillig | Schriftlich, kein Zwang |
| 3 Kyrie | 3.A — Wand der Sätze · Pflicht | Anonyme Schriftform, einzig sicher |
| 4 Wende | 4.C — Brücken-Frage, schriftlich | Schutz vor Bubble-Sanktion |
| 5 Erzählen | 5.C — Paare bewusst gemischt | Gespräch über Bubbles hinweg |
Material
- Neutraler Ort (nicht Pfarrhaus, nicht Vereinsheim eines Lagers — Bibliothek, Bürgerhaus, Café nach Schluss)
- Pinnwand groß genug für ~30 Karten, Karten in zwei Farben
- Regelblatt für Phase 5 ausgedruckt, jede:r bekommt eins
- Aufnahme + Foto in separatem Raum (Schutz der Wartenden)
Vor dem Abend
- Einladung breit streuen, mit klarer Ansage: „Wir sammeln gute Geschichten — unabhängig davon, wo du politisch stehst."
- Mindestens 3–4 Personen aus jedem Lager persönlich ansprechen
- Co-Moderation Pflicht — keine Soloveranstaltung
- Eskalations-Szenarien vorab mit Co-Moderation durchsprechen
Typische Tücken
- Regelverletzung in Phase 5 (Bewertung der anderen Geschichte, Frage nach Meinung) → sofort unterbrechen, ruhig auf die Regel verweisen
- Jemand will Wende nicht mitmachen („Das ist doch alles unrealistisch...") → Klage anerkennen: „Die Ausnahme reicht. Ein einziger Mensch."
- Jemand geht währenddessen → ruhig, ohne Drama. Niemand wird festgehalten.
- Plenum-Schlussrunde kann zum Vorführen werden („Mich hat berührt, dass selbst XY mal…") → sofort unterbrechen
Die Variante „gemischte Gesinnungen" ist die schwierigste und
gleichzeitig die wertvollste. Wenn sie gelingt, entstehen die
Geschichten, die anders.erzählt am dringendsten braucht. Sie
sollte nicht das erste Format sein, das eine Moderation ausprobiert.
Aber sie sollte irgendwann kommen.
C.7Übersichtstabelle zum Schnellzugriff
| Phase |
Gemeinde |
Schule |
Konfis |
Senior:innen |
Junge Erw. |
Gemischt |
| 2 Warm-Up |
Gegenstand |
Vier Ecken |
Foto-Karten |
Gegenstand |
Handy-Foto |
Drei Sätze schriftl. |
| 3 Kyrie |
Stille m. Kerze |
Anonym. Briefk. |
Spielfeld |
Reihum ein Wort |
Headline |
Wand der Sätze |
| 4 Wende |
Offene Frage |
Aufstehen |
Speed-Frage |
Frage in Ruhe |
Brücken schriftl. |
Brücken schriftl. |
| 5 Erzählen |
Plenum / Paare |
Reporter:innen |
Karten-Runde |
Plenum Pflicht |
Paare |
Paare gemischt |
Phasen 1, 6, 7, 8 sind für alle Zielgruppen gleich.
Teil D
Werkzeuge & Vorlagen.
Der Fragenkatalog, das Aufnahme-Setup, das Foto-Briefing, die
Einwilligungserklärung und die Material-Checkliste. Einige davon gibt
es auch als separates Einseiter-PDF zum Verlinken auf der Website.
D.1Der Fragenkatalog
Sortiert nach den acht App-Themen. Pro Thema 5–6 Fragen, die in
Phase 4 (Wende) oder Phase 5 (Erzählen)
eingesetzt werden können.
Wichtig: Es sind alles Szenenfragen,
keine Bekenntnisfragen. Sie suchen einen konkreten Menschen oder einen
konkreten Moment, nicht eine Meinung. Wer eine Frage daraus nimmt, fragt
nicht zusätzlich „Warum war das wichtig für dich?" — die
Bedeutung soll die Geschichte selbst tragen.
Thema 1 · Nachbarschaft
- Wer aus deiner Straße hat in der letzten Zeit etwas für dich getan?
- Wem in deinem Haus oder deiner Straße hilfst du regelmäßig?
- Wer in deiner Nachbarschaft kennt deinen Namen, obwohl du das nicht erwartet hättest?
- Wann hat zuletzt jemand bei dir geklingelt — einfach so?
- Wer hat einen Schlüssel von deiner Wohnung, der nicht in deiner Familie ist?
- Wen kennst du seit über zehn Jahren über die Straße oder den Hausflur?
Thema 2 · Hilfe & Sorge
- Wer hat dir in den letzten Monaten geholfen, ohne dass du gefragt hast?
- Wem hast du selbst geholfen, ohne dass es dich Mühe gekostet hat?
- Wer kümmert sich in deinem Umfeld um jemanden, der das alleine nicht schaffen würde?
- Kennst du jemanden in einem Pflegeberuf, von dem du sagen würdest: macht das richtig gut?
- Wer hat dich in einer schwierigen Zeit getragen?
- Wann hast du erlebt, dass Fremde sich um Fremde gekümmert haben?
Thema 3 · Mut & Hoffnung
- Wer in deinem Umfeld traut sich an etwas heran, was die meisten nicht versuchen würden?
- Kennst du jemanden, der trotz Widerstand etwas weitermacht — und es gelingt?
- Wer macht in deinem Ort etwas, von dem du sagen würdest: das hat lange gefehlt?
- Wann hast du jemanden gesehen, der seine Angst überwunden hat?
- Wer in deinem Leben gibt dir das Gefühl, dass nicht alles verloren ist?
- Wann hast du dich selbst zuletzt überrascht — was hast du gewagt?
Thema 4 · Generationen
- Wer aus einer ganz anderen Generation als du gehört zu deinem Leben dazu?
- Wer hat dir etwas beigebracht, das du nicht in der Schule gelernt hättest?
- Wem hast du selbst zuletzt etwas beigebracht — jemandem deutlich Älterem oder Jüngerem?
- Kennst du eine Kinder- und Großeltern-Beziehung, die dich beeindruckt?
- Wer hat dir mal geduldig ein Telefon, ein Konto, eine App erklärt?
- Wer sitzt regelmäßig mit dir am Tisch und ist nicht in deinem Alter?
Thema 5 · Glaube
- Wer in deiner Gemeinde macht etwas, von dem du sagen würdest: das ist gut, dass er/sie das macht?
- Wer hat dir mal in einer schwierigen Phase einfach zugehört — ohne klugen Rat?
- Kennst du jemanden, der seinen Glauben unaufdringlich lebt — und an dem du das siehst?
- Wann hast du in einem Gottesdienst etwas erlebt, das dich positiv überrascht hat?
- Wer macht in deiner Gemeinde Hausbesuche, geht zu denen, die nicht mehr kommen?
- Wer hält für dich den Laden zusammen, obwohl niemand das so sieht?
Thema 6 · Heimat & Ankommen
- Wer in deinem Ort ist erst spät gekommen — und gehört trotzdem dazu?
- Kennst du jemanden, der einen Neuanfang gewagt hat — wie geht es ihr/ihm heute?
- Wer hat dir geholfen, dich an einem neuen Ort einzuleben?
- Wem hast du selbst geholfen, irgendwo anzukommen?
- Wer im Ort hat einen Hintergrund, den die meisten nicht erwartet hätten — und ist mittendrin?
- Wer in deinem Leben ist „Heimat" für dich, ohne dass das mit einem Ort zu tun hätte?
Thema 7 · Arbeit & Beitrag
- Wer in deinem Umfeld macht seine Arbeit so, dass du sagst: an dem hängt mehr, als bezahlt wird?
- Kennst du jemanden, der seit Jahren denselben Job macht — und es immer noch ernst nimmt?
- Wer hält in deinem Ort etwas am Laufen, ohne den nichts ginge?
- Wer macht regelmäßig etwas ehrenamtlich, ohne dass es groß bemerkt wird?
- Wann hast du jemanden bei der Arbeit gesehen und gedacht: das macht der richtig gut?
- Wer aus deinem Leben hat eine Berufung gefunden?
Thema 8 · Alltag, der trägt
- Was ist die kleinste regelmäßige Sache in deinem Tag, auf die du dich verlässt?
- Wer grüßt dich täglich, ohne dass ihr euch näher kennt?
- Welcher kleine Zettel, welches Schild, welche Geste in deinem Ort fällt dir auf?
- Wer aus deinem Alltag bringt dich regelmäßig zum Lachen?
- Wann hast du etwas Unspektakuläres erlebt — und dich trotzdem gefreut?
- Wer macht etwas, was niemand erwartet, aber alle bemerken?
Empfehlung pro Zielgruppe
- Gemeindeabend: alle Themen — breit fragen
- Schule: Themen 4 (Generationen), 7 (Arbeit), 8 (Alltag) am ergiebigsten
- Konfis: Themen 3 (Mut), 4 (Generationen), 8 (Alltag) — Familie, Sport, Schule
- Senior:innen: Themen 1, 2, 5, 7 am tiefsten
- Junge Erwachsene: Themen 3, 6, 7 — Lebensbruch-Themen
- Gemischte Gesinnungen: Themen 1, 7, 8 — politikfreie Felder
D.2Aufnahme-Setup
Der Aufnahme-Koffer
Wir bauen einen Koffer, der im Kirchenkreis ausgeliehen werden kann.
Eine Anschaffung, viele Nutzungen.
Audio
- 1× Zoom H5 oder Tascam DR-05X (Alternative ~120 €)
- 1× dynamisches Sprechermikro Shure SM58 oder Røde Procaster
- 1× XLR-Kabel, 3 m
- 1× Tisch-Mikrofonständer (klein, schwer)
- 1× Popschutz (Schaumstoff oder Nylon)
- 1× Set frische Batterien (AA) + Ersatz
- 1× SD-Karte 32 GB, formatiert
- 1× Mini-Kopfhörer zum Mithören für die Begleitperson
Foto-Hilfsmaterial (falls kein Profi)
- 1× Faltreflektor 80 cm (silber/weiß)
- 1× Klemmlampe mit Tageslicht-Glühbirne oder kleine LED-Softbox
Material
- Laminierte Sprech-Tricks-Karte
- Laminierte Phasen-Übersicht
- Notizblock + 2 Stifte
- Drucker-Vorlage Einwilligungserklärung (Stapel)
Geschätzte Anschaffungskosten: 450–600 €. Ausleihbar
gegen Kaution (z.B. 50 €).
Setup-Anleitung für die Aufnahme-Ecke
Raumwahl (in dieser Reihenfolge bevorzugen)
- Kleines Büro mit Teppich, Vorhängen, Bücherregalen — Hall-Killer
- Wohnzimmer-artiger Raum mit Sofas und Vorhängen
- Gemeindesaal-Ecke mit Stellwand + Decke darüber (Behelf)
Niemals: großer leerer Saal, Kirchenraum mit Echo,
Flur, Foyer.
Aufbau
- Tisch mit zwei Stühlen gegenüber (Erzähler:in + Begleitperson)
- Mikro auf Tisch-Ständer, 15–20 cm vor dem Mund, leicht von der Seite
- Popschutz davor
- Recorder in Sichtweite — Begleitperson sieht Pegel
- Wasserglas für Erzähler:in
- Karte mit der Geschichte sichtbar (groß genug schreiben!)
- Sprech-Tricks-Karte daneben
Pegel-Einstellung
- Ziel-Pegel: Spitzen zwischen -12 dB und -6 dB
- Niemals ins Rote
- Vor jedem Take ein „Eins, zwei, drei" zum Probeschuss
Begleitperson
- Aufgabe: Pegel kontrollieren, drei Takes anbieten, sanftes Coaching
- Nicht: kommentieren, bewerten, eigene Ideen einbauen
- Vor dem Take: „Atme einmal durch. Fang an, wenn du bereit bist."
- Nach dem Take: kurzes warmes Wort, ein Tipp, keine Kritik
- Nach drei Takes: „Welcher hat sich für dich am besten angefühlt?"
Dateiverwaltung
- Dateiname:
JJJJ-MM-TT_Erzaehlort_Vorname.wav, z.B. 2026-09-15_Hennstedt_Yusuf.wav
- Drei Takes als
_take1, _take2, _take3
- Nach dem Abend auf Laptop kopieren, SD-Karte erst danach löschen
- Sicherungskopie sofort in Cloud-Ordner
D.5Material-Checkliste
Eine laminierte Karte für die Moderation. Wird vor jedem Abend
abgehakt.
Vor dem Abend (3–7 Tage)
- Einladung verschickt
- Co-Moderation bestätigt
- Fotograf:in bestätigt (bei Profi-Termin)
- Raum reserviert + zugänglich
- Aufnahme-Koffer ausgeliehen / gepackt
- Beispielgeschichten ausgedruckt (Yusuf, Görlitz, Anker — 3×)
- Einwilligungserklärungen ausgedruckt (Teilnehmende + 5 Reserve)
Am Tag des Abends
- Raum 60 Min vorher: Stuhlkreis, kein Tisch in Mitte
- Aufnahme-Ecke aufgebaut + getestet (Pegel-Probe!)
- Foto-Ecke aufgebaut (Hintergrund, Licht)
- Warmes Licht statt Deckenlicht
- Material pro gewählter Methode bereit
- Wasser/Tee/Kaffee vorhanden
- Phasen-Übersicht in der Tasche
- Telefon stumm
Nach dem Abend (48h)
- Audio-Dateien gesichert (Laptop + Cloud)
- Foto-Dateien von Fotograf:in erhalten
- Triadennotizen gescannt
- Aufnahme-Koffer zurück oder für nächsten Termin gepackt
- Kurze Dankes-Mail an alle Teilnehmenden
D.3Foto-Briefing & D.4Einwilligung
Foto-Briefing und Einwilligungserklärung gibt es als separate
Einseiter-PDFs zum Drucken und Verschicken. Sie liegen im selben Ordner
wie dieses Werkstattbuch:
- Foto-Briefing für Fotograf:innen — eine A4-Seite,
Briefing-Mail-Format. Datei:
Foto-Briefing.html
- Einwilligung (DSG-EKD) — eine A4-Seite, alle
Optionen zum Ankreuzen, Platz für Unterschrift.
Datei:
Einwilligungserklaerung.html
- Sprech-Tricks-Karte — A6, laminierbar, für die
Aufnahme-Ecke. Datei:
Sprech-Tricks-Karte.html
- Fragenkatalog — Pocket-Variante zum schnellen
Nachschlagen. Datei:
Fragenkatalog.html
- Wahl-Tabelle — Schnellzugriff auf einer Seite, für
die Vorbereitung. Datei:
Wahl-Tabelle.html
So entsteht aus jedem Erzählabend ein PDF
Jede HTML-Datei in diesem Ordner kann im Browser geöffnet und über
Datei → Drucken → Als PDF speichern (oder ⌘P
bzw. Strg+P) als PDF gesichert werden. Auf der Website kann
das PDF direkt verlinkt werden, sodass Multiplikator:innen es
herunterladen können.
Empfohlene Verlinkungs-Struktur auf der Website
Beispiel:
Sektion auf anders-erzählt.de
Erzähl-Kit zum Herunterladen
· Das Werkstattbuch (ca. 25 Seiten) ↓ PDF
· Fragenkatalog (2 Seiten) ↓ PDF
· Einwilligungserklärung (1 Seite, DSG-EKD) ↓ PDF
· Foto-Briefing (1 Seite) ↓ PDF
· Sprech-Tricks-Karte (1 Seite A6) ↓ PDF
· Wahl-Tabelle (1 Seite) ↓ PDF
Anders, nicht gegen.
Das Erzählkit · Stand: Mai 2026